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1. März 2013

Argentinien

Einwohner: 42 Mio.

Sprachen: Spanisch, Guaraní, Quechua u. a.

Typische Namen: Julieta, Rocío, Olivia, Mateo, Felipe, Benicio

Und Lebensbaum? Bekommt aus der Grenzregion Brasilien/Argentinien Mate-Tee

Lama

Für jeden Argentinier ist Buenos Aires der Nabel der Welt. In dieser 13-Millionen- Metropole starten wir unsere Südamerikareise, die uns anschließend in den ruhigeren Norden führt. Egal, ob Stadt oder Land, wir sind auf der Spur von etwas ganz besonders typisch Argentinischem: dem Mate.

Buenos Aires ist unglaublich lebendig, bunt und vielfältig – und eine Stadt der Extreme: Hier gibt es die angeblich breiteste Straße der Welt und auch gleich noch die längste dazu, wo sich zu Stoßzeiten unzählige Menschen, Autos und Busse türmen. Hier gibt es die gefühlt größte Dichte an Cafés weltweit und – nach der Wiedergeburt des Tangos – auch die längsten durchtanzten Nächte. Das Leben pulsiert 24 Stunden am Tag – mindestens. Für Besucher wie uns stellt sich die Frage: Woher nehmen die Argentinier nur ihre Energie? Die Antwort steht für Groß und Klein schon morgens auf dem Frühstückstisch, wird nach dem Mittagessen und in der Nachmittagspause serviert und ist eigentlich omnipräsent: der Mate-Tee. Sein Koffein und die vielen anderen wertvollen Inhaltsstoffe mobilisieren schlummernde Energie, machen wach und fördern die Konzentration. Die Indios schätzten bereits lange vor der Ankunft der spanischen Conquistadores die Eigenschaften der Mate-Blätter, die sie Káa nannten. Das Lebenselixier tranken sie aus ausgehöhlten Kürbissen, die Mate hießen. Diesen Namen haben die Einwanderer dann für das magische Gebräu übernommen und es in Argentinien zum Nationalgetränk gemacht.

Ob Städter oder Bauer, ob Gaucho oder Intellektueller – Mate gehört für alle dazu. Sein rauchig-würziger Geschmack verheißt nicht nur Gesundheit und Wohlbefinden, sondern steht auch für Freundschaft und Heimat. Kein Wunder. Schließlich ist der Mate-Baum kein schlichtes Produkt der Evolution. Nein, er ist – so wollen es die Legenden – ein Geschenk des höchsten Gottes der Guaraní-Indianer. Und der lässt ihn bis heute nur im Dreiländereck von Argentinien, Brasilien und Paraguay gedeihen. Hier findet der Baum die subtropische Wärme, die hohen Niederschlagsmengen und die besondere Erde, die er braucht. Alle Versuche, ihn auf anderen Kontinenten bei ähnlichem Klima anzubauen, schlugen bisher fehl. Um Mate besser kennenzulernen, reisen wir Richtung Norden und machen dabei einen kurzen Abstecher zu den gigantischen Iguazú-Wasserfällen, die direkt auf der Grenze zwischen Argentinien und Brasilien ihre Wassermassen in die Tiefe schicken. Die zwei Nachbarländer sind die führenden Erzeuger, wenn es um Mate geht. Auf der brasilianischen Seite der Wasserfälle im Iguazú-Tal treffen wir Fabio. Er zeigt uns seinen Hof und die Plantage mit den Mate-Bäumen. Wild können sie eine Höhe von rund 15 Metern erreichen. Fabio stutzt die immergrünen Abkömmlinge der Stechpalmenfamilie auf die üblichen drei bis sechs Meter. Das erleichtert die Ernte, die ab April ansteht. Bis zum Oktober werden die ovalen, an den Seiten gezähnten Blätter kontinuierlich von Hand geerntet. Ob sie reif sind, erkennt der Profi an der dunkelgrünen Farbe der Oberseite, die aussieht wie von Wachs überzogen. Außerdem sind die Blätter ledrig-hart. Direkt nach der Ernte werden sie in mehreren Durchgängen getrocknet und dann grob geschnitten. Den besonderen Geschmack entwickeln die Mate-Blätter aber erst während ihrer Ruhezeit, die normalerweise mehrere Monate dauert.

Nach unserem Rundgang schlürfen wir mit Fabio den Mate-Tee, wie es die Tradition verlangt: Zuerst werden die Mate-Blätter in einem Kürbis trocken aufgeschüttelt und dann mit Wasser überbrüht. Der Kürbis kreist in unserer kleinen Runde. Jeder saugt am gleichen metallenen Röhrchen. Unsere Freundschaft ist dadurch besiegelt – so will es das Mate-Ritual.

Nun haben wir Kraft getankt für den weiten Weg in den Süden des Kontinents. Unser Ziel ist Patagonien, wo wilde Rosen und ihre süßen Früchte auf uns warten. 

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