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01.02.2017

Neuigkeiten

Auch Bio-Tees werden kräftig aromatisiert. Längst nicht jeder weiß das.

Irre, wonach ein Tee alles schmecken kann. Himbeer-Cheesecake zum Beispiel. Gemeint ist tatsächlich US-amerikanischer Käsekuchen. Oder Kirsch-Banane. Das wäre dann ein Tee, der nach Saft schmeckt. Man muss anerkennen, dass Lebensmittel-Chemiker einiges auf die Beine gestellt haben, um solch einen Geschmack in den Tee zu kriegen.

So gut wie alles kann mit chemischen Verbindungen nachgebaut werden. Aromen simulieren Früchte, die nicht da sind. Oder sie garantieren gleichbleibenden Geschmack, egal, wie die Ernte war. Kalkulieren kann man aromatisierten Tee auch ganz gut, schließlich lassen sich mit kostengünstigen Aromen aus dem Labor natürliche Zutaten ersetzen. Um zum Beispiel 100 Kilogramm Joghurt ausreichend zu aromatisieren, bräuchte man nach Berechnungen des Deutschen Zusatzstoffmuseums frische Himbeeren im Wert von 31,50 Euro. Das geht auch für 3,75 Euro - mit "natürlichem Aroma".

Das Himbeer-Aroma wird aus Zedernholzspänen gewonnen. Das Ergebnis schmeckt tatsächlich fast wie Himbeere. Und da Holz natürlichen Ursprungs ist, gilt auch das Aroma als "natürlich". Dass ist natürlich smart argumentiert. Bei EU-Bio ist der Einsatz natürlicher Aromen grundsätzlich erlaubt, längst nicht jeder Verbraucher weiß das. So ein offenes Geheimnis ist auch ein bisschen smart.

Der Wunsch nach üppig schmeckenden Tee-Mischungen mit Anklängen an Kuchen oder Muffins scheint aber gerade ins Gegenteil zu kippen. Was sich abzeichnet, ist ein Bedürfnis nach hochwertigen Tees mit rein natürlichen Aromen.

Mindestens so irre wie die Geschichte mit den Geschmackslaboren ist ja ohnehin, wie Herkunft, Erntezeitpunkt und Verarbeitung den Geschmack färben können. Ein Tee schmeckt dann spritzig, fruchtig oder nussig. Die frisch geernteten Blätter werden gewelkt, gedämpft oder geröstet, gerollt und wieder gerollt. Immer exakt auf den Punkt, aber ganz unterschiedlich, je nach Region. In Indien wird das anders gemacht als in Sri Lanka oder China. Heraus kommen grüne Tees, weiße Tees oder schwarze Tees, die unterschiedlicher nicht schmecken könnten.

Ähnlich wie beim Wein unterscheiden sich Ertrag und Qualität von Jahr zu Jahr. Das ist Landwirtschaft. Die Dinge ändern sich mit dem Wetter, mit der Abfolge der Verarbeitungsschritte, mit dem Teemeister. Alles kann passieren. Darum fährt Lebensbaum in die Teegärten. Oft ist sogar der Chef Ulrich Walter vor Ort. Wer richtig gute Tees einkauft, braucht nicht mehr nachträglich aromatisieren. Die Arbeit wird im Einkauf gemacht und nicht im Aromen-Labor.

Eine Ausnahme macht Lebensbaum allerdings. Öl, dass aus Schalen gewonnen wird. Zum Beispiel aus kalabrischen Bergamotten. Es ist die einzige Aromazugabe in Nicht-Blüten-Form, die bei Lebensbaum in den Tee kommt. Ein Earl Grey funktioniert nicht ohne ein solches Öl. Und dieses Öl ist wirklich ein hundertprozentig natürliches Aroma.“

Bild: 

Lebensbaum Chef Ulrich Walter auf der Suche nach den besten Tees.