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13.09.2013

Neue Studie zeigt Spuren von Pyrrolizidinalkaloiden in Kräutertees

Normaler Konsum von Kräutertees und Tees weiterhin bedenkenlos möglich

Pyrrolizidin-Alkaloide sind natürliche Pflanzeninhaltsstoffe, die in etwa 500 unterschiedlichen Formen in verschiedenen Pflanzenarten weltweit vorkommen. Sie werden in Pflanzen primär als „Schutz vor Insektenfraß“ gebildet. Nach aktuellem Wissensstand stammen die nun teilweise in Kräutertees gefundenen PA-Verunreinigungen aus Fremdkräutern, wie z. B. Gemeines Greiskraut, Natternkopf, etc. Dabei handelt es sich um punktuelle Verunreinigungen. Für die Teeherstellung werden PA-haltige Pflanzen nicht genutzt.

 

Neue Methode zur PA-Analyse

Im Rahmen eines Forschungsprojektes hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) eine neue Analyse-Methode zur Bestimmung von PA in Kräutertees und Tees entwickelt. Diese neue Methode wird jetzt in eine praxisfeste Methode umgewandelt.
 

Besteht eine Gesundheitsgefahr?

Das BfR kommt in seiner Stellungnahme zu der Schlussfolgerung, dass keine akute Gefahr vom Teekonsum ausgeht und der Verzehr von Kräutertee und Tee in üblichen Mengen demnach weiterhin als bedenkenlos anzusehen ist (siehe Stellungnahme BfR 018/ 2013). Darüber hinaus haben wir eine zusätzliche, externe Sicherheitsbewertung in Auftrag gegeben. Die derzeitigen Ergebnisse stimmen inhaltlich mit den Feststellungen des BfR überein: Normaler Konsum von Kräutertee und Tees ist weiterhin bedenkenlos möglich.
 

Was wir tun

Die vom BfR entwickelte neue Methode sowie die veröffentlichten Ergebnisse nehmen wir ernst. Daher haben wir die neue Methode als festen Bestandteil in unser Qualitäts-Sicherungssystems integriert. Unverzüglich nach ihrem Bekanntwerden haben wir zahlreiche Analysen in akkreditierten Laboren durchführen lassen. Mit unseren Anbaupartnern haben wir eine Anbau-Leitlinie eingeführt, die 8 Punkte umfasst.


Anbau-Leitlinie

1. Ermittlung PA-haltiger Unkräuter und deren Herkünfte anhand der uns nun aufgrund der neuen BfR-Methode vorliegenden Detail-Analysen

2. Unterstützendes Lieferantenmanagement: Gezielte Schulung und Anbauberatung in den Ursprungsländern zur Vermeidung PA-haltiger Unkräuter (Fotodokumentation)

3. Einbindung von externen Forschungseinrichtungen (Botaniker der Universitäten vor Ort) zur Identifikation lokaler, PA-haltiger Unkräuter

4. Durchführung zusätzlicher Feldbegehungen und Unkrautanalysen sowie – bei Unkrautbesatz – nochmalige manuelle oder mechanische Unkrautbekämpfung direkt vor der Ernte

5. Schriftliche Dokumentation der durchgeführten biologischen Unkrautbekämpfungs-Maßnahmen unserer Anbaupartner

6. Prüfung und ggf. Optimierung der jeweiligen Ernteverfahren (z. B. Handpflückung, Schnitthöhe)

7. Anpassung unserer Rohwarenspezifikation bei erkannten Problemprodukten und -herkünften

8. Durchführung zusätzlicher externer Nachweis-Analysen zum Aufspüren der nicht homogen verteilten PA-haltigen Unkräuter (Vermischungen mit Unkräutern treten im Gegensatz zu Pestiziden als punktuelle Verunreinigung auf.)