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13.11.2015

Fragen und Antworten: Pyrrolizidin-Alkaloide

Worum geht es eigentlich bei PA?


Pyrrolizidin-Alkaloide (PA) sind natürliche Pflanzeninhaltsstoffe, sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe, die in etwa 500 unterschiedlichen Formen in verschiedenen Pflanzenarten weltweit vorkommen. Sie werden in Pflanzen primär als „Schutz vor Insektenfraß“ gebildet.

Wie kommen Pyrrolizidin-Alkaloide (PA) in den Tee?


In Teepflanzen kommen PA nicht vor, jedoch in verschiedenen Beikräutern wie Jakobskreuzkraut, die auf denselben Flächen wachsen, auf denen der Tee angebaut wird. Bei der Ernte kann es vorkommen, dass diese Beikräuter miterfasst werden. Da die Beikräuter nur vereinzelt auf dem Feld wachsen und sich durch die Verarbeitung auch nicht gleichmäßig verteilen, finden sich auch nur punktuell vereinzelt Spuren im Tee wieder.

Ist das Thema Pyrrolizidin-Alkaloide neu?


Im Rahmen eines Forschungsprojektes hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) 2013 eine neue Analyse-Methode zur Bestimmung von PA in Kräutertees und Tees entwickelt. Die gefundenen Gehalte schwankten dabei sehr stark, auch innerhalb einer Teesorte. 

Besteht eine Gesundheitsgefahr?


Das BfR kommt in seiner Stellungnahme zu der Schlussfolgerung, dass keine akute Gefahr vom Teekonsum ausgeht. Dennoch können wir sehr gut nachempfinden, dass Verbraucher verunsichert sind. Der allgemeine Grundsatz, bei der Auswahl von Lebensmitteln und Getränken auf Abwechslung und Vielfalt zu achten, sollte auch bei Kräutertee angewendet werden. „Auf diese Weise lassen sich einseitige Belastungen mit den verschiedenen potenziell gesundheitsgefährdenden Stoffen, mit deren vereinzeltem Vorkommen in geringen Mengen in Lebensmitteln gerechnet werden muss, vorbeugen.“ (Aktualisierte FAQ des BfR vom 4. September 2013) Ein aktueller BfR-Webfilm informiert über Pyrrolizidinalkaloide in Tee und Honig (02.02.2016).

Was tut Lebensbaum, damit Pyrrolizidin-Alkaloide (PA) zukünftig nicht in den Tee gelangen? 


Die vom BfR entwickelte neue Methode haben wir in unser Qualitäts-Sicherungssystem integriert sowie unsere Rohwarenspezifikationen angepasst.  
Unser Ziel ist es, die Verunreinigung mit PA bereits auf dem Acker zu vermeiden. Daher haben wir für unsere Lieferanten eine Anbau-Leitlinie entwickelt und eingeführt.

Die Anbau-Leitlinie hat folgende Schwerpunkte:

1.    Identifikation kritischer regionstypischer PA-Beikräuter
2.    PA-Beikräuter vor der Ernte auf dem Feld entfernen
3.    Nach-Ernte-Maßnahmen: Reinigung der geernteten Rohwaren plus Wirksamkeitskontrolle der Reinigung 
4.    Schulung der Anbaupartner zum Thema Pyrrolizidin-Alkaloide (PA)

Mehr zur Anbau-Leitlinie