Kaffeewissen

Geschichte

Wo der Kaffee zum ersten Mal tatsächlich als solcher entdeckt und als Getränk zubereitet worden ist, ist nicht so einfach zu sagen. Darüber, wie er die Welt erobert hat, haben wir allerdings viel zu berichten. 

Der Kaffee und sein Name

Wie so häufig in der Geschichte sind auch die Anfänge des Kaffees ungenau. Das meiste Wissen beruht auf Überlieferungen, die erst sehr viel später schriftlich festgehalten wurden. Und wieviel durch häufiges Weitererzählen an Geschichten verändert wird, kennt jeder vom Stille-Post-Spiel.

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Relativ sicher ist jedoch, dass es Kaffee seit dem 10. oder 11. Jahrhundert  gibt. Die ersten Kaffeebäume sollen im Bergland von Abessinien (Äthiopien), genauer gesagt im Königreich Kaffa, gestanden haben.

Schon hier findet sich die erste Uneinigkeit: stammt jetzt der Name Kaffee vom Namen des Königreichs Kaffa ab? Oder liegt sein Ursprung doch in der arabischen Bezeichnung für ein anregendes Getränk, ähnlich dem Wein: qahwa? Ethymologisch betrachtet macht Letzteres Sinn, wenn man die Entwicklung des Wortes über türkisch kahve, zum niederländischen koffie und dann dem deutschen Kaffee oder dem englischen coffee verfolgt.

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Ein Getränk?

Ursprünglich isst man Kaffee. Und zwar nicht die Bohnen, die Kerne der Kaffeekirschen, wie die Kaffeefrüchte heißen, sondern die ganzen frischen Kaffeekirschen.

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Ihn als Getränk zu genießen entdeckt man später. Das erste Trinken von Kaffee ist erst im 15. Jh. glaubhaft nachgewiesen. Der eigentliche Kaffee wie wir ihn kennen, der erst durch das Rösten der Bohnen sein typisches Aroma erhält, folgt später.

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Die Verbreitung

Ob Kaffee nun wirklich zuerst in Äthiopien gewachsen ist oder nicht, sicher ist, dass bereits im 15. Jh. Kaffee im Jemen kultiviert wurde.

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Er breitete sich in der arabischen Welt aus und kam vorn dort mit venezianischen Händlern nach Europa.
Die Araber wussten sehr wohl schon um den Wert des Kaffees. Aus diesem Grund setzten sie auch einen Exportbann auf grüne, fruchtbare Kaffeebohnen um so eine weitere Verbreitung zu verhindern.

Die Niederländern fanden schließlich ein Schlupfloch: Statt der Bohnen als Saatgut exportierten sie einfach ganze Kaffeepflanzen, um sie dann daheim in Gewächshäusern wachsen zu lassen.

Im späten 17. Jh. kultivierten die Niederländer bereits Kaffee an der indischen Malabarküste, etwas später auch in Indonesien. Franzosen brachten den Kaffeeanbau nach Martinique, doch es waren wieder die Niederländer, die schließlich im 18. Jh. den Kaffeeanbau nach Südamerika brachten. Zunächst nach Surinam, von dort aus ging schließlich nach Brasilien, dass sich schnell zum größten Kaffeeproduzenten der Welt entwickelte. Mit den größeren verfügbaren Mengen sank auch zum ersten Mal der Preis und die Nachfrage stieg noch mehr. Guatemala, Mexiko, El Salvador und Kolumbien kamen Ende des 19. Jh. als Kaffeeländer hinzu.

Heute wird Kaffee in über 40 Ländern der Welt angebaut, Brasilien ist nach wie vor der größte Kaffeeproduzent.

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