Einklang von

Natur & Mensch

Ein Unternehmen taugt nur, wenn es die Natur im Blick hat und dem Menschen dient. Natur und Mensch sind für Lebensbaum maßgebend. Seit Unternehmensgründung stehen Natur und Mensch in unserem Logo. Was wir zum Thema Naturschutz zu sagen haben und was wir für den Menschen tun, einige Beispiele lesen Sie hier.

Das Diepholzer Moor

Das Diepholzer Hochmoor steht wie eine riesige Badewanne in der flachen Landschaft. Und überall hat die Wanne versteckte Mikro-Löcher, aus denen das Wasser abläuft. Der über Jahrtausende gewachsene Torfkörper trocknet aus und sackt in sich zusammen. Ein Moor ohne Wasser ist kein Moor. Ein Moor ohne Wasser speichert kein CO2. Darum will Lebensbaum das Moor wieder dicht machen.

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Denn Moore spei­chern weltweit mehr als 30 % des im Boden gebundenen Koh­lenstoffs, obwohl sie nur 3 % der Landoberfläche bedecken.

Hochmoore wie in Diepholz werden durch Regen gespeist und müssen einen Widerspruch lösen: Sie erheben sich über ihre Umgebung und müssen zugleich da­für sorgen, dass das Wasser nicht aus ih­nen abfließt. Betrachtet man ein intaktes Hochmoor von oben, fällt auf, dass es ein Muster aus Hügeln und Tälern bildet – Bulten und Schlenken. Die Bulten haben

sich über hunderte von Jahren senkrecht zu dieser Neigung geordnet – zur Strömungsrichtung des Wassers. Mit diesem Trick verhindert ein intaktes Moor, dass das Wasser abfließt.

Arme Bauern, Geister, Moorleichen

Für die Eleganz dieses natürlichen Sys­tems hatten die Menschen über Jahrhun­derte wenig übrig. Auf der weiten Moor­landschaft Norddeutschlands lastete schon immer eine tiefe Schwermut. Die­ses Paula-Modersohn-Becker-Gefühl, das die Worpsweder Malerin in ihren Bildern verewigt hat, ist tief im kollektiven Be­wusstsein der bäuerlich geprägten Region abgespeichert. Ebenso wie die Plackerei der Bauern, die den nährstoffarmen Bö­den im Moor kaum Ertrag abringen konn­ten. Oft gelang es erst der dritten Moor­bauern-Generation, halbwegs von den Erträgen zu leben: „Des Ersten Tod, des Zweiten Not und des Dritten Brot“ heißt es in einem alten Sprichwort über das Moor.

Anders als der Wald, in dem sich die deutsche Seele hebt, galt das Moor lange Zeit als eine Land­schaft, in der schlimme Dinge geschehen: Armut der Bau­ern, Geister, Moorleichen.

„Einen ‚bösen‘ Ort kann man nicht schützen. Die Menschen sind dafür nur schwer zu begeistern“, sagt Detlef Tänzer. Tänzer ist ver­antwortlich für den Naturschutz im Land­kreis Diepholz. Ein eloquenter Behörden­mann, der weiß, dass Naturschutz nur funktioniert, wenn man die Menschen vor Ort mitnimmt.

Aber auf der Welt passieren immer wie­der die verrücktesten Dinge. Vermutlich hat der Goldregenpfeifer das Moor aus seinem Depressionszusammenhang ge­löst: In den 1980er Jahren geriet der sel­tene Vogel auf die Rote Liste. Zum Brü­ten braucht er offene, feuchte Flächen mit niedriger Vegetation, auf denen er ungehindert laufen kann und die er gut zu überblicken vermag. Genau diese Be­dingungen konnte das Moor dem Gold­regenpfeifer bieten. Aus dem feindlichen Lebensraum Moor wurde ein Rückzugs­ort für bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Aus dieser neuen Wahrnehmung heraus beschloss die Niedersächsische Landesre­gierung 1981 ein Moorschutzprogramm. 1986 wurden die Abtorfungen im Diepholzer Moor beendet. Es dauerte dann noch vier Jahre, bis aus dem Moor und den umliegenden Wiesen ein 498 Hektar großes Naturschutzgebiet entstand.

Als CO2-Speicher funktioniert das Diepholzer Moor derzeit allerdings nur be­dingt. Dafür müsste es zu großen Tei­len mit Wasser bedeckt sein. Das Wasser sorgt dafür, dass absterbende Pflanzen nicht vollständig abgebaut werden. Was bleibt, lagert sich als Torf ab und enthält einen großen Teil des Kohlendioxids, den die Pflanzen im Laufe ihres Lebens aufgenommen haben.

Doch nach Jahrhunderten der Entwässe­rung ist das Diepholzer Moor kaum mehr dicht zu kriegen. Trotz neuer Wälle und geschlossener Entwässerungsgräben fin­det das Wasser immer wieder Wege, um abzufließen. „Das von der Natur entwi­ckelte, fein austarierte System aus Schlen­ken und Bulten lässt sich nicht ohne ­wei­teres wiederherstel­len. Es gibt da keine Reset-Taste“, bedauert Hans-Dieter Tornow. Der pensionierte Biologie­lehrer ist Naturschutzbeauftragter u. a. für das Diepholzer Moor. Er kennt das Moor seit den 70er Jahren. „Mir war so­fort bewusst, dass das Diepholzer Moor zu trocken war, dass Torfmoos selten und der Hochmoor-Charakter durch die auf­wachsenden Birken an vielen Stellen verloren gegangen war“, erinnert sich Tor­now. Dazu kommt, dass die knapp 500 Hektar große Fläche 190 private Eigen­tümer hat und sieben öffentliche. Ein rechtlicher Flickenteppich, der die Wie­dervernässung so kompliziert macht. „Oft können wir große Flächen nicht mit Wasser füllen, weil in der Mitte ein kleines Grundstück in privater Hand ist, das nicht nass werden darf“, sagt Tornow.

Diepholzer Moorhelden

Die Lebensbaum-Stiftung will daher aus den vielen kleinen Flicken große Stücke machen und lässt sich zu diesem Zwecke beschenken. Mit den Moorgrundstücken der privaten Eigentümer. Dafür über­nimmt die Stiftung die an die Flächen ge­bundenen Steuern und Abgaben. Über 60 Eigentümer haben der Stiftung mitt­lerweile ihr Grundstück geschenkt. Sie werden in Diepholz als „Moor­helden“ gefeiert, es wurde ein Fest veranstaltet und die nationale Presse berichtete über die Aktion. „Ich gebe zu, dass unser Vorgehen ungewöhnlich ist, aber es funktioniert“, sagt Ma­ren Walter von der Lebensbaum-Stif­tung. „Die Menschen hier hängen an ih­ren Moorgrundstücken, oft sind diese über viele Generationen vererbt worden. Aber sie sind auch bereit, sich davon zu trennen, wenn es dem Moor dient. Da­rum sind sie Moorhelden.“ Zusätzlich zur Arbeit der Stiftung stellte die Firma Lebensbaum bis heute bereits über 110.000 Euro bereit. Und das finanzielle Engage­ment wird weitergehen, schließlich hat Lebensbaum langfristig die Pa­tenschaft für das Diepholzer Moor übernommen. Mit dem Geld wurde von Fachleuten zuerst eine Bestandsaufnahme gemacht und anschlie­ßend ein Pflege- und Entwicklungsplan für die nächsten Jahre erstellt.

Undichte Verwallungen wurden repariert, Gräben erneut geschlossen. Jährlich ziehen Lebensbaum Auszubildende ins Moor und schlagen Birken, „Entkusseln“ genannt. Die Birken entziehen dem Moor Was­ser und verhindern zudem, dass Torfmoose wachsen können.

Das Diepholzer Moor ist längst nicht mehr nur ein Ort für botanisie­rende Sonderlinge, die sich Insekten-Witze erzählen. Es gibt jetzt einen Moor-Erlebnispfad, den Schulklassen für den naturnahen Unterricht nutzen. Im Herbst ziehen Hunde mit illuminierten Halsbändern ihre Herrchen in den Nebel. Hobbyfotografen machen Kunst im Moor. Und was mag noch kommen? Im vergangenen Herbst war Prof. Succow im Diepholzer Moor. Der emeritierte Professor für Botanik ist das, was man eine lebende Legende nennt. 1990 war er kurzzeitig Stellvertre­ter des letzten DDR-Umweltministers. Auf der letzten Ministerratssit­zung der DDR sorgte er in einem Handstreich dafür, dass sieben Pro­zent der Fläche der DDR unter strengen Naturschutz gestellt wurden.

Der „Moorpapst“ kam mit einer Handvoll Umweltaktivisten, einem ZDF-Fernsehteam, Studenten und Auszubildenden von Lebensbaum. „Das“, sagte Succow, „müsst ihr wissen: Hier im Moor könnten ein­mal Wasserbüffel stehen. Oder wir würden Schilf ernten und damit Biogas herstellen. Niemand müsste mehr Mais anbauen und damit das Klima schädigen. Die Zeit der Moore ist gekommen.“

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Film "Faire Partnerschaft" (4:23 Min.)

Wie faire Partnerschaften bei Lebensbaum aussehen, zeigen Sanjay Bansal und Ulrich Walter im Film.

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Der ökologische Landbau

Die von uns verwendeten Rohwaren werden ausnahmslos nach den Prinzipien des ökologischen Landbaus angebaut. Daraus folgt: Wer uns beliefert, denkt und handelt in natürlichen Kreisläufen. Abfälle gibt es praktisch nicht, alles dient neuer Fruchtbarkeit. Im Mittelpunkt dieser kundigen Form der Landbewirtschaftung steht der nährstoffreiche, gesunde Boden.

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Wer seinen Boden so bestellt, braucht keine „Hilfe“ von außen in Form chemischer Dünge- und Pflanzenschutzmittel.

Die daraus entstehenden Vorteile für Natur und Mensch sind von Dauer und vielfältiger Qualität: hochwertige Lebensmittel, Biodiversität auf Feldern und Wiesen, minimierte Stickstoffverluste, CO2-Bindung durch Humusmehrung – um nur einige davon zu nennen.

Wer Nachhaltigkeit konsequent zu Ende denkt, landet zwangsläufig bei den Prinzipien der Ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft.

Und das gilt nicht nur für Deutschland oder Europa, sondern vor allem auch als Leitbild für eine kleinbäuerliche und regionale Produktion von gesunden Lebensmitteln in den Ländern Asiens und Afrikas. Erkannt hat das eine weltweit wachsende Zahl von Biobauern. Diese haben sich von den kostenintensiven „Rundum-sorglos“-Paketen der großen Agrarkonzerne gelöst und erzielen stattdessen mit Kompostwirtschaft, gesunden Böden und anpassungsfähigen Ökosystemen stabile Erträge.

Konsequenterweise hat der Rat für Nachhaltige Entwicklung den Ökolandbau als Goldstandard der landwirtschaftlichen Produktion definiert. Damit bestätigte das Beratungsgremium der Bundesregierung nicht nur wissenschaftliche Erkenntnisse, sondern auch die notwendige Marschrichtung für die Entwicklung einer Landwirtschaft mit Zukunft.

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Zur Arbeit mit dem Rad

U-Bahn, S-Bahn oder Straßen-Bahn fahren wir leidenschaftlich gerne – auf Dienstreisen. Zur Arbeit muss es anders gehen, da der öffentliche Nahverkehr bei uns auf dem Land nur spärlich ausgebaut ist.

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Wer kann, kommt mit dem Zug oder noch besser mit dem Fahrrad. Da norddeutsches Schiet-Wetter jedoch nicht jedermanns Sache ist, motivieren wir unsere Kollegen jährlich mit dem Lebensbaum Rad-Wettbewerb zur Bewegung auf zwei Rädern. Jeder gefahrene Kilometer wird in Kaffee, Tee und Gewürzen ausgezahlt. Den Gewinnern winken zusätzlich Ruhm und Ehre und ein Menü im Lebensbaum Bistro.

Aber nicht nur die langen Wege, sondern auch die kurzen werden geradelt – zum Beispiel die knapp 400 Meter zwischen unserem Logistikzentrum und der Produktion. Unsere drei Lasten-Diensträder erfreuen sich größter Beliebtheit und werden mit Paketen und Päckchen beladen. Was unseren indischen Lieferanten allerdings nur ein müdes Lächeln abringt: Sie würden eine komplette Tagesproduktion Tee auf diesen drei Rädern transportieren. Wir bestaunen diese akrobatischen Meisterleistungen, wollen den radelnden Transportvirtuosen aus Gründen der Arbeitssicherheit aber keineswegs nacheifern.

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Die Lebensbaum Ausbildungsoffensive

Über den viel beschriebenen Fachkräftemangel kann man jammern – oder ihn einfach anpacken. Bei Lebensbaum haben wir uns für Letzteres entschieden. Ausbilden heißt unsere Antwort.

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Das machen wir seit fast 20 Jahren, inzwischen in 4 verschiedenen Berufen: Industriekaufleute und Fachkräfte für Lagerlogistik, Fachkräfte für Lebensmitteltechnik und Maschinen- und Anlagenführer. Ganz bewusst haben wir uns verpflichtet, dass unsere Ausbildungsquote immer über 10 % liegen soll. Viel höher wollen wir vorerst nicht gehen.

Warum? Weil wir der Ansicht sind, dass jeder Auszubildende vernünftig vom Betrieb begleitet werden muss. Dazu gehören bei Lebensbaum neben dem berühmten offenen Ohr und der Weitergabe von Wissen um Arbeitsschritte und -zusammenhänge bei uns auch regelmäßige interne Schulstunden – und die gelegentliche Tagesfahrt, bei der andere Unternehmen kennengelernt werden.

Diese ganzheitliche Betreuung bedeutet Arbeit, die unsere Mitarbeiter neben ihrem Tagesgeschäft erbringen. Ein Mehraufwand, den wir im Rahmen halten müssen. Sonst kommen am Ende doch die Auszubildenden zu kurz.

Oft bleiben unsere Auszubildenden bei uns im Unternehmen. Manche zieht es weiter, zu einem Studium oder auch dahin, die Welt zu erkunden oder einfach noch einmal ein anderes Unternehmen kennenzulernen.

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Bio-Bistro - die gemeinsame Mahlzeit

Was wird nicht alles in Unternehmen getan, um den Esprit d‘ équipe (frz), team spirit (engl.) oder Teamgeist („Denglisch“) zu fördern.

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Klettern im Hochseilgarten, Wildwasserrafting, Fallschirmspringen – die Liste ließe sich ewig fortsetzen und nährt eine ganze Management- und Motivationsindustrie. Deren bunt schillerndes Katalogangebot verstellt allzu leicht den Blick für eine seit Jahrtausendenden bewährte, aber längst nicht mehr selbstverständliche Form zur Stärkung der Gemeinschaft: die gemeinsame Mahlzeit.

Aus ihr gehen die Kollegen nicht nur körperlich, sondern auch mental gestärkt hervor. Da die Mitarbeiter abteilungsübergreifend speisen, wird über den Tellerrand geblickt, was in Zeiten ausgefeilter Arbeitsteilung allzu leicht vergessen wird. 

Auf der Speisekarte finden die Kollegen einmal die Woche Fleisch, gleiches gilt für Fisch. Veggie-Tag ist bei uns nicht nur an einem Tag: Drei Tage in der Woche leben wir fleischlos glücklich. Die Vielfalt reicht von Gemüselasagne bis zu Ofenkartoffeln mit Paprikakraut. Salat gibt’s immer.

Wer vegan lebt, für den wird vegan gekocht. Gleiches gilt für Mitarbeiter mit der ein oder anderen Unverträglichkeit, sei es Gluten oder Laktose.

Dass wir jede Mahlzeit zur Hälfte bezuschussen ist dabei nicht ganz uneigennützig. Mit dem Bio-Bistro leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Wohlbefinden der Mitarbeiter und zum ausgewogenen Gelingen des Arbeitsalltages. Die Folge: Zufriedenheit geht einher mit Leistungsbereitschaft – und Leistungsbereitschaft ist dem Unternehmenserfolg durchaus zuträglich.

Dass es für einen Biopionier wie Lebensbaum zum Tugendkatalog gehört, den Mitarbeitern ein anspruchsvolles Essen zu bieten, steht dann noch auf einem ganz anderen Blatt.

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Visionswald - wo wieder die wilden Tiere wohnen

Wald ist ein komplexes Ökosystem. Er schützt vor Bodenerosion, reguliert den Wasserhaushalt und bindet CO2. Und er beherbergt eine enorme biologische Vielfalt: Etwa zwei Drittel aller Tier- und Pflanzenarten auf der Erde leben im Wald.

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Um dieses bedeutsame Ökosystem zu schützen, sind wir seit Beginn des Projektes Partner von VisionsWald. Im dünn besiedelten Norden Costa Ricas wird durch dieses Projekt auf gerodeten Flächen Regenwald aufgeforstet.
5.000 Bäume lässt Lebensbaum hier pflanzen. Einheimische Sorten, versteht sich, denn der Wald soll so werden, wie er einmal war: Lebensraum für Jaguar, Ameisenbär, Soldaten-Ara und Ozelot.
Aber auch Heimat für den Menschen, denn durch nachhaltige Waldwirtschaft und Waldfeldbau soll sich das Projekt auf Dauer finanziell selbst tragen und den dort lebenden Menschen Nahrung und ein sicheres Einkommen bieten.

In 50 Jahren wird der VisionsWald etwa 84.000 Tonnen CO2 gebunden haben. Die ersten Jaguar-Spuren konnten wir bereits jetzt entdecken.

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