Weltreise Weltreise
1. Dezember 2012

Chiapas, Mexiko

Einwohner: 4,7 Mio. (115 Mio. Mexiko insgesamt)

Sprache: Spanisch, indigene Sprachen, u. a. Tzotzil, Tzeltal, Chol, Zoque

Typische Namen: Dolores, Franzisco, José, Maria, Alejandro, Marta. Indigene Namen: Yax (Blau), Yixmal (Mais), Nasacopac (Welt)

Und Lebensbaum? Bekommt von hier Kaffee und Kardamom

Maya Palenque

Wie die kanadischen Schneegänse haben wir Kurs Richtung Mexiko genommen. Während sich die Vögel an der Golfküste niederlassen, fliegen wir in die Hauptstadt. Von dort geht es weiter zum südlichsten Bundesstaat Mexikos: Chiapas – Heimat der Maya sowie ambitionierter Bio-Kaffeebauern.

Das pittoreske Städtchen San Cristobal de las Casas – kurz San Cristobal – im Herzen von Chiapas empfängt uns mit schönstem Sonnenschein. Kleine bunte Häuser säumen die schachbrettartig angelegten, gepflasterten Straßen. Um die freundlich wirkende Stadt ziehen sich bewaldete Hügel. San Cristobal gilt als das kulturelle Zentrum der Region. Hier, unweit der weltberühmten Pyramidenstadt Palenque, ist die prähispanische Zeit so lebendig wie sonst fast nirgends. Palenque dokumentiert die architektonischen Künste der Maya, ihre Hochkultur.

Stolz sind die Mexikaner auf diesen Teil ihrer bewegten Vergangenheit. Den Maya-Nachfahren, die wir hier in großer Zahl antreffen, wird diese Anerkennung oft verwehrt. Die kleinen Menschen mit den charakteristischen Gesichtszügen sind vielen Mexikanern aus dem Norden fremd. Vielleicht auch, weil sie sich untereinander immer noch in den Sprachen ihrer Vorväter unterhalten und ihr Glauben eine ganz eigene Mischung aus Katholizismus und Urreligion ist.

Die Frauen in ihren Trachten, meist mit einem Baby im Tragetuch, laufen barfuß durch die Straßen und verkaufen dort ihre Knüpfarbeiten. Ein notwendiges Zubrot für die Indígenas-Familien, die lange unter einer Politik leiden mussten, die sie sträflich vernachlässigte. Umso wichtiger ist in dieser Gegend der Bio-Anbau von Kaffee, den wir uns am nächsten Tag ansehen.

Ein Fahrer holt uns am Morgen ab. Einige Stunden fahren wir über kurvige Pisten durch die dicht bewaldeten Berge. Unser Ziel ist eine Finca, die Lebensbaum seit Jahrzehnten mit feinstem Demeter-Kaffee beliefert. Endlich entdecken wir eine Gruppe von Häusern, umgeben von der Plantage, in der sich Schattenbäume und Kaffeesträucher wie in einem Urwald abwechseln. Die Kaffee-Ernte ist in vollem Gange. Männer und Frauen zupfen fröhlich schwätzend und trotzdem konzentriert die dunkelroten Kirschen von den Zweigen. Diese werden noch vor Ort entkernt und bis zum versandfertigen Rohkaffee aufbereitet.

Eine Einmaligkeit in der Gegend: Während die Eltern arbeiten, ist ihr Nachwuchs im Finca-eigenen Kindergarten und in der Schule rund ums Jahr gut auf gehoben. Hier werden nicht nur die üblichen Fächer gelehrt, sondern auch all das, was die Kinder wissen müssen, um die umgebende Natur wertschätzen und schützen zu können. Tiere werden beobachtet, Pflanzen bestimmt und die Wirkung ihrer Früchte besprochen. So bleibt wichtiges traditionelles Wissen der Indigenas erhalten – ein guter Grund für Lebensbaum, die Schule dauerhaft zu unterstützen.

Die meisten Familien wohnen direkt auf dem Gelände, wo sie neben einem Haus auch die Möglichkeit haben, eigene Nahrungsmittel anzubauen. Gute Arbeits- und Lebensplätze, die die grassierende, unheilvolle Landflucht überflüssig machen.

Am Abend gesellen wir uns zu ihnen und kosten von den vielfältigen Mais und Bohnengerichten, die oft so scharf sind, dass uns die Tränen in die Augen steigen. Erwachsene und Kinder lachen und erzählen lebhaft durcheinander. Mexiko von seiner schönsten Seite – und wir mittendrin.

Wir bleiben auf dem amerikanischen Kontinent. Doch erstmals überqueren wir auf unserer Weltreise den Äquator und tauchen ein in Argentiniens Spätsommer. Hier warten stolze Gauchos und ein anregender Matetee auf uns – serviert ganz klassisch in einem ausgehöhlten Kürbis.

Mehr erfahren

Gronau Weltreise

Gronau

Weltreise Weltreise

zum Artikel
Diepholz Weltreise

Diepholz

Weltreise Weltreise

zum Artikel