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26. August 2020

Gronau

Einwohner: 49.000

Sprachen: Guaraní, Spanisch

Typische Namen: Lars, Thomas, Ingrid, Sonja, Hermann

Und Lebensbaum? Bekommt von hier von Meisterhand gerösteten Kaffee

Gronau Weltreise

Wo Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und die Niederlande aufeinander treffen, gibt es vor allem eins: Vielfalt. Genau dort, am Dreiländer-Eck, liegt das schöne Gronau. Die mittelgroße Stadt ist bekannt dafür, die nördlichste Flamingokolonie Europas zu beherbergen und Geburtsort von Udo Lindenberg zu sein. Und für richtig guten Kaffee.

Aber mal der Reihe nach: Flamingos, hier? Ja, nicht allzu weit von Gronau, im Zwillbrocker Venn, lebt in den Sommermonaten die nördlichste Flamingo-Kolonie Europas. Auch in diesem Jahr sind auf einer kleinen Insel im See einige Küken geschlüpft. Aktuell machen sie sich mit ihren Eltern allerdings auf den Weg in den Süden. Im Winter ist es hier oben nun doch zu kalt für sie.

Und Udo? Wer will, kann sich im rock´n´popmuseum zumindest digital von ihm in Gronau begrüßen lassen. Persönlich ist er momentan auch nicht da. Nur eine Statue des Ehrenbürgers ziert einen Kreisverkehr.

Macht aber nichts. Der Grund für unseren Besuch ist weder rosa noch Rock-Star. Wir sind wegen des Kaffees da! Und den gibt es reichlich in Gronau. Schließlich steht hier unsere Kaffeerösterei. Anfang der 80er taten sich die Rösterei und Lebensbaum zusammen, um Bio-Kaffees zu produzieren. 2011 wird die Rösterei dann ein fester Bestandteil der Lebensbaum Familie.

Im Lager reihen sich palettenweise Jutesäcke mit Kaffeebohnen aneinander. Ihr Ursprung: z. B. Peru, Äthiopien, Indien oder Uganda. In Nordrhein-Westfalen warten sie nun auf die Veredelung: die Röstung. Unser Kollege Lars empfängt uns und führt uns zielstrebig zum Herzstück der Rösterei: dem Röster. Laut geht es hier zu, es rattert und zischt. Über uns schlängeln sich zahlreiche Rohre, teils dick isoliert. Sie verbinden verschiedene Kaffeesilos, in denen die Kaffeebohnen vor dem Rösten „geparkt“ werden, mit der Röstkammer. Wenn sie an der Reihe sind, geht es automatisch in die Hitze. „Für ein gutes Röstergebnis sind drei Dinge entscheidend: die Temperatur, die Röstzeit sowie das Verfahren zur Erhitzung der Kaffeebohnen“, erklärt uns Lars. „Wir erhitzen die Kaffeebohnen in einem heißen Luftstrom und können dadurch sehr gleichmäßig und präzise rösten.“ Der Röster ist seit ein paar Jahren im Betrieb und nicht nur präzise, sondern auch sparsam: Die beim Rösten entstehende Abwärme nutzt er, um die nachfolgenden Rohkaffeechargen gleich wieder vorzuwärmen. Das spart im Vergleich zum Vorgängermodel 28 % Energie und 26 % CO2 ein.

Aber zum Rösten gehört noch mehr: „Je nach Her­kunft, Ernte, Jahrgang, Form der Aufbereitung und Bohnengröße stellen die Kaffeebohnen un­terschiedliche Anforderungen an den Röstprozess. Für die ideale Röstung passen wir daher die Temperatur, die Dauer und auch die zugeführte Luftmenge dem jeweiligen Röstzustand der Bohnen an.“ Klingt aufwändig.

Generell gilt: Lebensbaum Kaffees werden langsam und nicht zu heiß geröstet – inklusive Vorwärmung bis zu 16 Minuten bei maximal 230 Grad Celsius. Durch die lange Röstzeit werden unangenehme Säuren abge­baut. Um genau den richtigen Punkt zu treffen, braucht man vor allem eines: Erfahrung. Und die haben die Röstmeister in Gronau. Jeden Morgen werden die aktuellen Chargen verkostet, das heißt probiert und genau geprüft, ob das Geschmacksprofil den Anforderungen entspricht. Also, uns schmeckts!

Aber was macht man nach so einem Tag im köstlichen Kaffeeduft? Strampeln. Im Münsterland stehen immerhin 4.500 km Radwege zur Verfügung. Und viele davon führen nach, um und durch Gronau. Zum Beispiel an den schönen Drilandsee. Hier lehnen wir uns am Ufer zurück, genießen die Spätsommersonne und lassen unsere Gedanken schweifen – zu unserem nächsten Reiseziel. Vielleicht den Flamingos hinterher?

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